Gesundheitsregion Nord besucht Neubau der HELIOS Klinik

Die GRN steht für innovative Prozesse, technologieorientierte Ansätze und die Entwicklung und Pflege von Netzwerken in der Gesundheitswirtschaft im Norden Schleswig-Holsteins. Im Rahmen dieses „1. GRN-exklusiv-Netzwerktreffens“ besuchten die Mitglieder der Gesundheitsregion Nord den 2016 fertiggestellten Neubau der HELIOS Klinik Schleswig.
Geschäftsführer Dr. John F. Näthke begrüßte die Teilnehmer der „GRN-exklusiv“ Veranstaltung und berichtete den Vertretern der Medizintechnik, Pflegeberatung, Ärzte, Landfrauen und anderen Organisationen über die Entwicklung auf dem Gesundheits-markt und bei HELIOS. Die HELIOS Kliniken in Deutschland betreiben Akut- und Reha-kliniken. 112 Helios Kliniken mit 71.000 Mitarbeitern, insgesamt 35.000 Betten erwirtschaften pro Jahr ca. 5,6

Mrd. Euro Umsatz in Deutschland. Neu ist, dass die HELIOS Kliniken Gruppe, die ein Teil des Fresenius Konzern ist, 43 Krankenhäuser in Spanien erworben hat.
Näthke beschrieb, dass vier Ziele für die Unternehmensgruppe von übergeordneter Bedeutung sind. Dazu zählen zum einen der Patientennutzen/Qualität. Diese wird anhand von Kennzahlen für den internen Prozess, aber auch im Rahmen der Transparenzoffensive veröffentlicht. „Stolz“, so Näthke, „ ist die Unternehmensgruppe darauf, dass sie insgesamt bei 91 % aller Qualitätskriterien besser als der Durchschnitt ist“. Zweites Ziel ist die Wissensbewahrung und Weiterentwicklung des Wissens. Dazu unterhält die HELIOS Kliniken Gruppe einen Fachaustausch unter den Experten der jeweiligen Disziplinen. Als wesentliche Säule eines erfolgreichen Unternehmens zählt auch die Wirtschaftlichkeit. Die Unternehmensgruppe hat in den Neubau etwa 33 Mio. Euro investiert. 50 Mio. Euro Zuschuss hat das Land Schleswig-Holstein gegeben. Daher ist es notwendig, dass ein Unternehmen wirtschaftlich geführt wird. Gewinn wird zum Großteil reinvestiert, etwa 1 % des Umsatzes wird als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Aus dem Ziel, sich ständig zu verbessern, effizienter und effektiver zu werden, leitet HELIOS ebenfalls das vierte Ziel ab: Wachstum. Die Weiterentwick-lung des Unternehmens hat in den vergangenen Jahren häufig in Deutschland über Zukäufe statt-gefunden. Neu ist, dass man auch zur Wissensverbreiterung nun ins europäische Ausland investiert hat. In Deutschland konzentriert man sich derzeit auf die Konsolidierung der vielfältigen Aktivitäten.
Der heutige Markt für Akutkliniken ist in drei Bereiche aufgeteilt. Etwa je 1/3 entfallen auf öffentliche, auf freige-meinschaftliche und auf privat-wirtschaftlich geführte Kliniken. Über die letzten Jahre haben sich erhebliche Änderungen der wesentlichen Kenn-zahlen ergeben. Betrachtet man den Zeitraum von 1991 zu 2014, so gibt es 18 % weniger Krankenhäuser, 25 % weniger Betten, aber 31 % mehr

Patienten. Dies ist nur möglich, da die Verweildauer um 6,6 Tage zurückgegangen ist. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Ärzte um 58 % erhöht, die des Pflegepersonals jedoch verringert. Schwierigkeiten beschreibt Näthke für die gesamte Branche in der Nachwuchsgewinnung insbesondere von Ärzten, aber auch im pflegerischen Bereich. Zum einen sind die heutigen Pflegeberufe deutlich medizinischer und anspruchsvoller geworden. Zum anderen sind Ärzte heute überwiegend weiblich, ca. 70 % aller Medizin studierenden sind Frauen. Dadurch entwickelt sich das Arbeitsumfeld insbesondere von Ärzten neu. Teilzeitmodelle und Familienmanagement spielen eine zukünftig größere Rolle.
Im Rahmen des Rundgangs durch den Neubau mit insgesamt 375 Betten konnten sich die Teilnehmer der GRN über eine schlichte aber ansprechende Gestaltung des gesamten neuen Klinikums überzeugen. Durch Lichthöfe wird sehr viel Tageslicht in die drei Gebäudeteile eingebracht. Kurze Wege für Schwerkranke spielten bei der Planung eine große Rolle. Über 800 Mitarbeiter versorgen die Patienten in der Schwerpunktklinik. Daneben betreibt HELIOS in Schleswig ebenfalls eine Fachklinik mit etwa 684 Mitarbeitern und knapp 400 Betten sowie eine Tagespflege mit knapp 200 Betten. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe HELIOS in der Kreisstadt etwa 2.000 Mitarbeiter und ist damit der größte Arbeitgeber. Weitere Investitionen in den Standort Schleswig sind geplant. In 2017 werden etwa 12 Mio. Euro in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg investiert.
Die Teilnehmer des GRN-exklusiv-Netzwerktreffens danken Dr. Näthke und Pressesprecherin Andrea Schumann sehr herzlich für den interessanten Einblick in die Gesundheitswirtschaft, in die HELIOS Gruppe und den Rundgang durch das moderne Klinikum.

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Hinweis:
Das nächste GRN-exklusiv-Netzwerktreffen findet im ersten Quartal 2017 statt. Eine Einladung erhalten Sie rechtzeitig.
Verfasser: Stefan Wesemann,
IHK Flensburg, Geschäftsstelle Schleswig

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